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So war der Tag des offenen Denkmals in Bamberg 2023

Jedes Jahr am zweiten Sonntag im September öffnet Deutschland seine Türen für viele seiner sonst geschlossenen historischen Gebäude, Archive und vergessenen Orte. Er ist bekannt unter dem Namen „Tag des offenen Denkmals“ und ist eine der coolsten Veranstaltungen für Geschichtsliebhaber und Neugierige, die Deutschland bereisen. Und er ist kostenlos!

Dieser Artikel erschien auch auf Englisch.

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Der nächste Termin für den Tag des offenen Denkmals in ganz Deutschland ist Sonntag, der 8. September 2024.

Was ist der Tag des offenen Denkmals?

Normalerweise muss man in Deutschland ja quasi für alles Eintritt zahlen, ob Museen, historische Gebäude, etc. Es gibt selten etwas umsonst.

Das liegt daran, dass Deutschland den Denkmalschutz sehr ernst nimmt und es landesweite Gesetze und Vorschriften gibt, die genau regeln, wie Gebäude, die als historisch wertvoll erachtet werden, zu erhalten, zu restaurieren und wiederaufzubauen sind. Und all das braucht natürlich auch Gelder.

Auf typisch deutsche Art und Weise wird das oft so übertrieben gemacht, dass der Kauf von alten Gebäuden ein riesiger Aufwand ist und Zeit und Geld kostet, sei es für private oder öffentliche Zwecke.

Aber für einen Tag im Jahr können auch Privatleute ihre Türen zu ihren historischen Orten öffnen und man kann sich dort umsehen.

Und das ist ehrlich gesagt faszinierend. Und perfekt für alle, die chronisch neugierig sind oder einfach gerne Neues lernen.

Wir findest du es, dass es so einen Tag des offenen Tür für historische Orte und Sehenswürdigkeiten im ganzen Land gibt?


Was gibt es in Bamberg zu sehen?

Zum einen öffnen drei der wichtigsten Museen in Bamberg am Tag des offenen Denkmals kostenlos ihre Türen:

  • Altes Rathaus
  • Alte Hofhaltung
  • Galerie

Im Jahr 2023 haben neben diesen Museen auch folgende Orte ihre Türen für Besucher geöffnet:

  • Benedikthaus
  • Wohnhaus aus dem Jahr 1726
  • Feuerwehrmuseum/Alte Stallungen
  • St. Sebastiani Kapelle

Und um dir einen Einblick in all diese Sehenswürdigkeiten zu geben (denn ich bin quer durch die Stadt gelaufen, um sie rechtzeitig zu erwischen) gibt es hier mal meinen Blogpost zum Tag des offenen Denkmals 2023 in Bamberg.

Das Rathaus, die Hofhaltung und Galerie lasse ich erstmal weg, da sie ja jederzeit zugänglich sind.


Haus zum Benedikt

Dieses historische Speichergebäude im Zentrum der Bamberger Altstadt machte seine 7 Etagen am Tag des offenen Denkmals 2023 zugänglich. Ich lernte mehr zur Architektur durch die Jahrhunderte und wie sich seine Nutzung im Laufe der Zeit änderte.

Heute ist es das Museum für Islamische Kunst der Uni Bamberg,

Der Standort war sehr wichtig, denn von der einen Seite hatte man direkten Zugang zum Fluss und zum damaligen Hafen an der heutigen Straße „Am Kranen“.

Auf der anderen Seite befanden sich die Märkte genau dort, vom Grünen Markt die Straße hinauf bis zum anderen Fluss.

So ist es nicht verwunderlich, dass es diese ideale Handelslage ausnutzte und als Getreide- und Mehlspeicher genutzt wurde. Zu diesem Zweck wurde das Dach mit vier Etagen versehen. Der Keller diente der Kühlung von Produkten wie Fleisch oder Alkohol.

Im Laufe der Zeit wurden Türen hinzugefügt, Nebengebäude angebaut und bei einer Führung (die auf Deutsch ist) sieht man die Spuren davon. Das finde ich wirklich faszinierend.

Zum Beispiel waren die Decken früher üppig mit Stuck und handgemalten Elementen verziert, die von griechischen Göttern inspirierte Szenen zeigten. Aber als sich der Geschmack änderte, wurden sie überdeckt, neue Wände eingezogen und gingen verloren, bis sie vor einiger Zeit wiederentdeckt wurden.

Fand ich total schade. Wer macht übermalt denn feinen Stuck so grob, dass es einfach nur klobig aussieht? Beziehungsweise zieht total neue, tiefere Decken und Trennwände ein?

Infolgedessen sehen die Räume selbst immer noch ziemlich fade aus, aber einige Elemente wurden freigelegt, um eine Vorstellung davon zu vermitteln, wie es einmal ausgesehen haben könnte. Dazu muss man seine Fantasie benutzen.


Wohnhaus aus dem Jahr 1726

Ich liebe es, verlassene Orte zu besuchen, und dieses Haus war eines davon. Jetzt wird es komplett restauriert und umgestaltet, um wieder als Wohnhaus zu dienen.

Aber vorher durfte ich es besichtigen, und es war sehr interessant zu sehen, wie die Plastikböden und Tapeten abblättern. Die knarrenden, wackeligen Holztreppen hinaufzusteigen und den staubigen Dachboden zu erkunden.

Es lagen sogar noch Zeitungen aus den 50er Jahren herum.


Feuerwehrmuseum/Alte Stallungen

Außerhalb der Altstadt, in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs, steht ein hübsches Barockgebäude in Rosa und Gelb.

Es fällt natürlich auf und ich hatte mich schon vorher darüber gewundert und war froh, dass ich nun einen Blick hineinwerfen konnte.

Dieses sehr langgestreckte, rechteckige Gebäude wurde ursprünglich als Pferdestall errichtet.

Davon ist inzwischen nicht mehr viel zu sehen. Die Hälfte des Gebäudes wird zur Lagerung von Steinplatten, Holzbalken und Statuen genutzt. Ich sah Jesus auf einer Matratze liegen, statt an einem Kreuz.

Der andere Teil dient jetzt als Ausstellungsort für alte Arbeitskleidung, Ausrüstung, Geräte und Autos, die die örtlichen Feuerwehren im Laufe der Zeit benutzt haben. Quasi als Feuerwehrmuseum.


St. Sebastiani Kapelle

Diese Kapelle ist nur selten das ganze Jahr über geöffnet, sondern nur zu besonderen Anlässen, wie im Januar und September, um den Heiligen zu feiern, dem sie gewidmet ist.

Die St.-Sebastiani-Kapelle ist zwar klein und liegt außerhalb des Stadtzentrums, hat aber eine reiche Geschichte und wechselte oft den Besitzer.

Ursprünglich war sie Teil eines größeren Krankenhauskomplexes, in dem Menschen untergebracht waren, die an damals unheilbaren Krankheiten wie Pest und Syphilis litten. Daher auch der Name der Straße, in der es liegt: Siechstraße (Krankenstation).

Der Heilige Sebastian bot sich als Schutzpatron für diejenigen an, die Trost im religiösen Gebet suchten. Er ist der Patron des Krieges, des Hungers und der Pest, und historisch gesehen war er ein römischer Märtyrer aus dem 4. Jahrhundert.

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