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So findest du das UFO Busludscha-Monument in Bulgarien

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Hast du auch so einen Hang zu alten, verlassenen Orten? Zum herumstöbern in der Geschichte, wenn nicht alles so blitzt und blankt und mit Infotafeln versehen ist?

Das Busludscha-Monument (auch Buzludzha geschrieben) in Bulgarien war genau so ein faszinierender Ort. Das „bulgarische UFO“ thront hoch oben auf dem Busludscha Berg und von unten vermag man es gar nicht so leicht auszumachen. Kein Wunder, denn es war damals ein geheimes Hauptquartier im Kommunismus.

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Ein kleiner geschichtlicher Einblick

Die Geschichte des Busludscha-Denkmals in Bulgarien (auf Bulgarisch: Бузлуджа) ist ebenso wunderlich, wie sein überirdisches Aussehen. In den siebziger Jahren wurde es heimlich im Balkangebirge Bulgariens erbaut und 1981 eröffnet, gerade rechtzeitig zur 1300-Jahr-Feier Bulgariens.

Der Ort war nicht nur bedeutend aufgrund seiner abgelegenen und erhöhten Lage, sondern auch, weil hier Chadschi Dimitar einst gegen die Türken kämpfte und dann die Bulgarische Sozialdemokratische Arbeiterpartei gründete.

Ähnlich wie die großen Pläne für den Sozialismus musste das Busludscha-Monument in 1981 auch extrem viel hermachen: Macht, Stärke und eine herausragende Zukunftsvision sollten vermittelt werden.

Das Denkmal Busludscha in Bulgarien bei Sonne
Busludscha bei Sonne (c) www.vacacionesbulgaria.com CC BY-SA 4.0

Dafür ließ man sich nicht lumpen. Es wurden angeblich mehr als sieben Millionen US-Dollar ausgegeben und 6000 Arbeiter mussten am Bau schuften. Und das nicht zwingend freiwillig. Von außen mag es kahl mit seinem nackten Beton sein, aber innen war es einst opulent ausgekleidet mit edlem Marmor und buntem Glas.

Das Mosaikfresko ist 937 Quadratmeter groß, besteht aus über zwei Millionen Mosaiksteinchen, wurde von 15 bulgarischen Künstlern geschaffen und ist bis heute eines der größten modernen Mosaike in ganz Europa. Die Idee dahinter war eine Synthese zwischen Architektur und bildender Kunst zu schaffen.

Kein Wunder also, dass man es schon von Weitem sieht, wenn nicht gerade Wolken tief über der heutigen Ruine hänge. Das Gebäude wurde aber anscheinend nicht mal intensiv genutzt. Jedes Jahr fanden hier Treffen zu den Jahresfeiern der Partei statt.

Das Ganze hielt aber nur bis zum 10. November 1989 und nach dem Zusammenbruch des Ostblocks wurde das Gebäude auch einfach so gelassen wie es war. Folglich zerfiel es stetig, dann kam noch Vandalismus über die Jahre dazu.

Das Innere von Das Busludscha in Bulgarien
Das Innere (c) Mark Ahsmann CC BY-SA 4.0

Wie sieht Busludscha heute aus?

Jetzt sieht man den Bau bröckeln. Vorne am verriegelten Eingang prangerte lange Zeit in großen, roten Lettern „Never forget your past“ (Vergiss niemals deine Vergangenheit). Das war bei meinem Besuch weg, aber sowieso war alles mit Graffiti besprüht. Innen und außen.

Rein konnte ich leider nicht mehr. Ich weiß noch, als ich das erste Mal in Bulgarien war, wurde mir von heimlichen Touren ins Busludscha Innere vorgeschwärmt und im Hostel angeboten. Ich hatte vorher noch nie davon gehört und die Fotos sahen einfach unglaublich aus. Aber eben auch gefährlich.

Mit einem einheimischen Guide hätten wir ein Zeitfenster abgepasst, wo kein Security-Mann vorbeikäme und durch ein geheimes Fenster hätten wir uns an einem Seil ins Innere herabgelassen. Das klang doch alles recht dubios und ich passte.

Ein halbes Jahr später waren dann wirkliche Sicherheitsvorkehrungen getroffen wurden und Urban Explorers konnten nun nicht mehr ins Gebäude vordringen. Alles war extra gesichert und ja, Security gab’s auch.

Ich bin gar nicht mal so traurig darüber. Busludscha von innen schien auf den Fotos und von den Erzählungen anderer Reisender wirklich prekär und gefährlich zu sein. Die Konstruktion war inzwischen schon recht instabil, Brocken fielen regelmäßig, das Stahlkonstrukt rostete und hing teilweise.

Da war ich ganz zufrieden, es nur von außen zu betrachten. Man kann frei herumlaufen, einmal ringsherum. Wenn man direkt daneben steht, wirkt es einfach nur groß, sodass man sich gar kein rechtes Bild machen kann.

wilde Pferde am Aurto im Nebel
Der „Parkplatz“ – für Autos und anscheinend auch Wildpferde

Ich war auch im tiefsten Nebel da, das hart das Sehen etwas schwierig gemacht, bescherte mir aber schön düstere Fotos.

Wie ein unförmiges Getum wuchs es aus dem Nebel raus. Vom Auto aus war es gar nicht zu sehen. Auch oben auf dem Berg, der inzwischen übrigens Chadschi Dimitar (връх Хаджи Димитър) heißt, nicht. Riesige Flammen und Wände links und rechts von den Treppen hinauf zum Monument Busludscha waren das Erste, was ich ausmachen konnte.

Wenn du dir ein Bild davon verschaffen willst, schau doch mal mein kurzes Video an:

Das Busludscha-Monument im Nebel
Busludscha im Nebel

Was passiert mit Busludscha?

Das ist leider immer noch nicht ganz geklärt. Keiner will es so richtig. Offiziell gehörte es dem Land Bulgarien es 2011 an die bulgarische Kommunistische Partei abgeschoben wurde.

Es steht zwar nicht unter Denkmalschutz, aber seit 2018 wird das kommunistische Denkmal Bulgariens wie gesagt bewacht. Es gibt immer mal wieder Pläne für eine Sanierung, da ja offensichtlich touristisches Interesse besteht. Und auch zum Jahrestag versammeln sich anscheinend noch Anhänger.

Übrigens wurde hier eine Zeitkapsel vergraben, die 2031 geöffnet werden sollte. Das war jedenfalls der Plan. Wo die jetzt ist und ob sich daran noch jemand erinnern wird, steht weiterhin in den Sternen.

Frau vor Busludscha-Denmal bei Nebel
ich unter dem Versammlungsraum von Busludscha

Wie kommst du hin?

Ich hatte mich einer Truppe anderer Reiseblogger für einen Roadtrip durch Bulgarian nach Varna und Burgas angeschlossen. Normalerweise bin ich auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen und mit denen geht es nicht zum Monument Busludscha im Herzen Bulgariens.

Hier fährt kein Bus hoch. Aber du kannst eine Tour buchen! Ich hab hier mal eine für dich ausfindig gemacht. Die ist auch nicht gerade billig mit 100€ pro Person, aber du kannst sie notfalls auch bis zu 24 Stunden vorher stornieren, falls sich deine Pläne ändern.

Die Tour schließt auch mehrere Stationen mit ein, sodass es eine richtig interessante und geschichtsträchtige Tagesreise von Sofia aus ist. Früh kannst du dir im Museum für sozialistische Kunst in Sofia die mehr als 70 monumentalen Skulpturen anschauen. Eintritt ist inklusive.

Danach geht es direkt zum Buzludzha-Denkmal. Die Fahrt dauert drei Stunden. Du hast stehts einen Guide bei dir, der Englisch spricht. Aufgrund der derzeitigen Situation ist die Anzahl Mitreisender begrenzt und Oberflächen werden regelmäßig desinfiziert.

Buche deine Tour hier*

Größere Ansicht der Schrift am Eingang von Busludscha
Schrift am Eingang von Busludscha

Willst du selbst mit dem Auto herfahren? Parken kannst du oben auf dem Berg und unterhalb des Monuments.

Hier sind außerdem Tipps von drei beliebten Städten von denen aus du nach Buzludhza fahren kannst:

von Sofia nach Busludscha

Von Sofia geht es gen Südosten über „Thrakien“ / A1 / E80. Nördlich von Plovdiv biege in Richtung Shipka ab. Fahre dann an der Stadt vorbei und folge den Schildern hoch zum Berg Busludscha.

Graffiti und lose Steine bei Busludscha
Graffiti und lose Steine

von Plovdiv nach Busludscha

Von Plovdiv aus verlässt du die Stadt über die Route 64 und fährst weiter entlang der Route 6. Biege dann in Richtung Shipka ab und folge den Schildern nach Busludscha.

von Veliko Tarnovo nach Busludscha

Verlasse Veliko Tarnovo über Route 4 (Републикански път I-4) und fahre dann auf der Route 5 weiter, die in 5522 und dann in 5005 übergeht. Die Straße endet auf dem Berg Busludscha.

Rollstuhlgerecht beim Busludscha UFO ist hier übrigens leider nichts.

Menschen im Nebel nahe dem UFO Busludscha in Bulgarien
Graffiti und viel Unkraut

Lohnt es sich der Besuch vom Buzludzha-Denkmal?

Wenn du während deiner Bulgarien Reise nur wenig Zeit hast, dann lass es ruhig aus. Es gibt so viel schöne Orte in Bulgarien zu sehen wie Weliko Tarnowo, Kopriwschtiza, der pinke See in Burgas oder die Steinwüste von Varna.

Auch, wenn man es nicht mehr betreten kann und auch, wenn es wolkig oder vernebelt ist, finde ich, dass sich ein Besuch dennoch lohnt.

Es ist einfach ein beeindruckendes Stück brutalistisch-futuristischer Architektur und man kann noch erahnen, wie fantastisch es damals gewirkt haben muss. Eigentlich wirkt es immer noch wie von übernatürlichen Kräften hingestellt.

Ich habe meinen Besuch auf jeden Fall genossen und kann es kaum erwarten, bis das Buzludzha-Denkmal restauriert und sein Inneres der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde.

Seit August 2020 gibt es erste Entwicklungen durch das Buzludhza Project und unter der Leitung von ICOMOS Deutschland. Nun schauen sich 14 Spezialisten aus dem In- und Ausland den genauen Stand des Verfalls an. Mal sehen, wie das bald wird!

Im Jahr 2019 flossen durch das Getty Projekt Gelder in Höhe von 185.000 US-Dollarn in die technischen Untersuchungen. Auch 2020 gab es nochmal einen Zuspruch von 60.000 US-Dollar durch das gleiche Projekt zur Sicherung der Mosaike. Beides soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein.

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