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Lantau Island Hong Kong – Oder wie ich vor dämonischen Kühen fliehen musste

Lantau Island Hong Kong und die Kühe

Gefangen in einer Todesstarre am anderen Ende der Welt. Wie konnte mir nur wieder so etwas passieren? Da stand ich nun zusammengekauert hinter einem zerbrochenen Fenster und fürchtete, dass man nächstes Blinzeln mein letztes sein könnte. Die Hörner der Bestie, die mich still taxierte, ließen nicht Gutes verheißen. Und dabei hatte der Tag nicht einmal gut angefangen. Ich war auf Die Lantau Island Hong Kong und hatte mich verirrt.

Lantau Island Hong Kong - Oder wie ich vor dämonischen Kühen fliehen mussteLantau Island Hong Kong

Erstmal ankommen – aber wo genau?

Ich war in Hong Kong angekommen. Mein Langstreckenflug verlief unspektakulär – bis auf das exzellente Plastikbesteck, das ich natürlich sofort meiner Reisesammlung hinzufügte. (Man braucht immer Plastikbesteck, wenn man unterwegs ist und mit seiner Tupperdose die letzte Mahlzeit zu Gemüte führen will.) Und nach zu viel Minifernsehschauen und umso weniger Schlaf, spuckte mich die Maschine auf einer kleinen Insel vor Hong Kong aus. Um 7 Uhr in der Frühe.

Darauf bedacht, dem Jetlag zu entgehen – ich war fest davon überzeugt, dass es sich nur um einen Mythos handeln müsste – machte ich mich folglich ans Morgengrummeln. Mit müden Augen klapperte ich die Stationen auf meinem schlecht leserlichen Notizzettel ab: mit der Bahn zu Tung Chung, mit dem Bus rauf nach Ngong Ping und dann dem Pfad am Po Lin Tempel vorbei zum Hostel. Konnte ja nicht so schwer sein.

Nach einem schwindelerregenden Wettrasen entlang steiler Klippen und rein in eine Nebelsuppe, stand ich nun völlig planlos hoch oben auf dem Berg. Überall um mich herum war Dschungel und von einem Tempel geschweige denn Pfad war nichts zu erblicken. Wie auch, ich konnte ja kaum die Hand vor Augen sehen. Das stellte sich auch ziemlich schnell als Vorteil heraus, denn der Anblick der sich mir bei dem Wetter auf Lantau Island in Hong Kong bot, war unentschuldbar.

Lantau Island Hong Kong und meine Impressionen

Verschlungen im Nebel

Meine Baumwollshirts und ein 15kg schwerer Backpack hatten mich in ein schweißtriefendes Monster verwandelt. Meine erste Amtshandlung bestand darin, mich mit Toilettenpapier auszuwattieren. Sogar die Toilette schwitzte. Alles war nass. Genaueres wollte ich gar nicht wissen. Irgendwann war mir alles egal, ich wollte nur meine 15kg Dummheit abwerfen (wer packt denn bitte für 1 Jahr Reisen so viel ein?!).

Aber wo war der Tempel? Von weit oben vermochte ich ein schwebendes Grinsen zu vernehmen, welches aber sofort wieder im dichten Nebel verschwand. Die Grinsekatze gab es hier gewiss nicht, oder? Dafür aber Hunde. Uns zwar eine ganze Horde davon. Über den ganzen Tempelvorhof verteilt, lagen die müden Streuner, was nicht gerade zu meinem wohligen Behagen beitrug. Schlafende Hunde sollte man lieber nicht wecken.

Auf Zehenspitzen schlich ich um sie herum und fand mich auf einmal am Waldrand wieder. Das musste der Weg sein. Doch der Weg wurde zum Pfad, Kies wurde zu Matsch und die Häusergruppe, die bald auftauchte, sah aus wie von einem Erdbeben verwüstet. Und dann kam es. Mein Biest mit Hörnern. Und es sah mich und bog schnurstracks in meine Richtung ab.

Lantau Island Hong Kong und die Kühe

Das geheime Leben der Kühe

In Panik hüpfte ich in die nächstbeste verlassene Hütte und kauerte mich hinter den Glasscherben zusammen. Da standen wir nun, Aug in Aug. Ich hätte nie gedacht, dass eine Kuh so ein Horrorszenario in mir auslösen würde. Sie war standhaft und als ob sie mit Popcorn vor dem Fernseher dastünde, fing sie an ihre letzte Mahlzeit wiederzukäuen. Das konnte also dauern.

Doch anscheinend sagte ihr mein Standbild nicht zu und nach einer gefühlten Ewigkeit des Dauerstarrens kehrte sie mir den Euter zu und schlenderte zu ihrer Herde, die sich bereits über das Grün hermachte. Sie verschwand im Nebel und ich machte mich daran, es ihr gleich zu tun.

Mein Hostel befand sich hinter der nächsten Biegung, was mir aber nicht viel half, denn es trennte uns ein riesiger Maschendrahtzaun. Regel Nummer Eins beim Hostelbuchen: vermerke dir immer die Öffnungs- und Eincheckzeiten. Bevor ich unter meinem Gewicht der Dummheit zusammenbrechen konnte, hatte mich jedoch die Besitzerin erspäht und eilte mir zur Hilfe. Nochmal Glück gehabt.

Nach einer kurzen Einführung und meiner dankbaren Gepäckabgabe, versah ich mich mit Karte von Lantau Island Hong Kong ausgestattet wieder im Schwindelbus die Klippen hinuntersausen auf den Weg ins verschlafene Fischerörtchen Tai O. Es sollte schön sein. Und sonnig. Das war das Einzige, was ich wusste, aber das genügte mir für den Moment. Ich brauchte einen klaren Kopf. Und das sollte ich auch bekommen – vor Schreck. Aber das ist eine andere Geschichte
Hong Kongs Kühe können fies sein

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