Wie ihr das Australien Outback Campen überlebt – Survival 101 (Teil 2)

Ich bin ganz und gar kein erfahrener Camper. Um ganz ehrlich zu sein, war meine Tour durch das Herzstück Australiens mein erster richtiger Campingtrip. Und deshalb habe ich meinen Solotripauch kurzerhand unterbrochen und mich einigen ordentlich organisierten Touren angeschlossen (Kleingruppentouren sind toll!). Aber genau weil ich so grün hinter den Ohren war, wenn es ums Outback Camping geht, denke ich, dass ich meine Erstlingserfahrungen mit anderen, ebenso unerfahrenen Reisenden teilen sollte, damit sie schon vorher wissen, was auf sie zukommt. Falls, du den ersten Teil verpasst hast, kannst du dich am Ende des Artikel durchklicken.

Wie ihr das Australien Outback Campen überlebt - Survival 101 (Teil 2)

Schlafzeiten

Der Sonnenaufgang ist dein morgendlicher Weckruf und der Sonnenuntergang dein Sandmann. Mach es einfach wie in den guten alten Zeiten bevor Elektrizität hausüblich war: richte deinen Tagesablauf nach der Sonne aus. Vertraue mir, ich bin eine Nachteule und Langschläfer und hatte große Probleme damit. Zur Mittagszeit war ich dann aber schon neun Stunden auf den Beinen und hatte unglaublich viel und unglaublich tolle Dinge gesehen, dass es absolut die Sache wert war. Wenn alle Stricke reißen, kann man im Bus oder Auto schlafen – solange man nicht selber fährt.

Kosten

Dies klingt auch logisch, aber ich werde es trotzdem erwähnen. Also, was man hier draußen kauft, ist teuer. Doppelt so teure Preise in Supermärkten und Alkoholläden – besonders in Kleinstädten und – wie überall auch – an Tankstellen und Raststätten. Erstaunlicherweise bleibt ein Eis am Stiel relativ billig und gerade das will man ja nicht in der Hitze transportieren. Falls du also von Alice Springs nach Ayers Rockfährst, fülle deine Vorräte auf und pack sie in Eskies (Kühlcontainer).

Lange Fahrten

Wenn man im Outback campen geht, sollte man keine große Veränderung der Landschaft erwarten. Umso länger man jedoch fährt – und man legt gewiss lange Strecken zurück – verändert sich auch diese recht gleiche und unglaublich flache Landschaft ein wenig. Es werden weniger Bäume, mehr Büsche und irgendwann nur noch Sand und Grasbüschel zu sehen sein. Da kann sich die Fahrt hinziehen. Also halte hier und da an, um die Beine zu vertreten und die Landschaft genauer unter die Lupe zu nehmen. Da kann es schon mal passieren, dass einem ein seltener Wüstenteufel oder eine Schlange unter die Augen kommt. Versuche aber nicht, alles gleich anzufassen. In Australien weiß man ja nie.

Straßensitten

Letztendlich sind auch langweilige Autofahrten ein wichtiger Teil der Magie eines Roadtrips durch das Land am anderen Ende der Welt. In so einem großen Land kann man zwar stundenlang fahren, ohne mehr als eine Handvoll Autos zu Gesicht zu zählen, aber gerade diese Einsamkeit sollte genossen werden. Falls du dich damit unsicher fühlst, kannst du den Behörden deinen geplanten Trip mit Anfangs- und Enddaten mitteilen. Außerdem sollte sich jeder vorher mit den ungeschriebenen aber ungemein wichtigen australischen Straßensitten vertraut machen.

Einstellung

Ist euch eher nach Luxus und Komfort beim Outback Campen, solltest du das Camping im Outback noch einmal überdenken. Es ist natürlich möglich in einem Resort beim Ayers Rock mit exquisiten Restaurants und Spas unterzukommen und Champagner beim Sonnenuntergang zu genießen, aber letztendlich muss man sich doch die Wanderschuhe überziehen und hinaus in die Wildnis gehen. Der Sand macht keinen Halt vor einer Fönfrisur, Sonnencreme klebt genauso und man schwitzt sowie wie ein Schwein in der kochenden Hitze.

Respekt

Noch eine Sache: bitte verhalte dich nicht wie die Touristen, die am Ayers Rock entlang schlurfen und nicht einmal hinauf schauen, um die aufgehende Sonne den roten Stein erstrahlen zu lassen. Oder wie diejenigen, die Pflanzen ausreißen, die ab der Pfade in der Botanik herumtrampeln oder Büsche auf heiligem Land als Outdoor-Toilette ansehen. Um gewisse heilige Stätten, wie am Ayers Rock, gibt es auch ein ausdrückliches Fotoverbot, was eingehalten werden sollte – egal ob es private Fotos sind oder nicht. Da wird auch nicht heimlich von weitem rangezoomt und so getan, als ob man das Schild nicht gesehen hat.

Wie ihr das Australien Outback Campen überlebt - Lager aufschlagen

Menschenverstand

Was außerdem noch erwähnenswert ist in Australiens Outback, ist der normale Menschenverstand. Tue nichts Dummes oder Waghalsiges. Das Outback ist erbarmungslos und kann tödlich sein. Beispielsweise ist es tunlichst zu vermeiden auf Klippen und hervorstehenden Steinen Sprungfotos zu machen, hinter Geländer zu klettern oder herumzulaufen, ohne hinzuschauen. Es kann schon ein rutschiger Stein sein, der einen den Abhang hinunterrutschen lassen kann oder eine lauernde Schlange. Also heißt es: keine Flip Flops tragen, Augen auf und Hirn angeknipst und dann kann man auch das Outback meistern. Es kann so einfach sein.

Der Check: Sollten hier Frauen alleine reisen?

Frauenreise Check

Ganz alleine würde ich jetzt nicht ins Outback fahren – ob Frau oder Mann. Zu sagen, dass das Outback gefährlich ist, ist die volle Wahrheit und traurigerweise wird diese Tatsache oft unterschätzt. Aber es gibt viele Möglichkeiten, es zu besuchen. Wie ich auf verschiedenen Kleingruppenreisen mit vielen tollen Leuten und Guides oder man sucht sich Mitreisende in Hostels (direkt ansprechen oder auf die Pinnwände schauen), in Facebookgruppen oder auf Gumtree. Aber immer schön vorsichtig sein und die Leute genau ausfragen und vorher treffen. Dann kann der Spaß beginnen.

Fazit zum Australien Outback Campen

Ich hoffe, ich habe dich jetzt nicht verschreckt. Anfangs war auch ich komplett skeptisch und zögerlich so einen Trip zu unternehmen, da ich nicht nur Campen hasste, sondern auch viel zu den Gefahren Australiens gelesen hatte (Bill Bryson’s Meisterwerk Frühstück mit Kängurus ist da super!). Es schien mir als eine zu große Aufgabe. Aber das war es gar nicht. Ich liebte es und würde es immer wieder tun! Versuch es und sieh selbst, ob du dich nicht auch in das Outback verliebst. Spoiler: das ist eigentlich garantiert!

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Jetzt du: Hast du jemals über ein Australien Outback Campen nachgedacht? Würdest du es gerne mal versuchen? Ich bin auf deine Antworten gespannt!

Hier geht’s zum ersten Teil zum Australien Outback Campen.


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