Frühling in Paris – vielleicht meine dümmste Reiseidee

Ein Besuch im Frühling in Paris ist immer eine gute Idee. Nun ja, da habe ich eine andere Erfahrung gemacht. Frühling mag zwar eine tolle Saison sein, aber gerade Ostern ist schrecklich. Anscheinend hat dann jeder die gleiche Idee. Aber man kann trotzdem das Beste draus machen. Hier ist meine Geschichte.

Frühling in Paris - recht überlaufen

Frühling in Paris – meine Erwartungen

Es war mein erster Besuch und ich hatte viel Spaß – das konnten meine Füße jedoch nicht bestätigen, da ich mir in meinem Irrglauben, für die Stadt der Haute Couture und das Glamours trés chic anziehen zu müssen, gänzlich unpassende “Laufschuhe” austrug. Dies bereute ich natürlich sofort nachdem ich von Tour d’Eiffel zum Arc de Triomphe und die Champs-Élysées hinunterlief. Aber hielt mich dies ab? Non, monsieur! Und nicht vergessen: Die Pariser sehen nicht so schick aus, wie man es sich vorstellt, also kann man sich ruhig etwas Bequemes anziehen.

Ahh, Paris. Eine Stadt, die nur so vor Geschichte, Mode und Kultur strotzt. Aber Moment, man darf die Kunst keinesfalls vergessen! Was wäre Paris ohne seine Kunst und Künstler? Was wäre die Welt der Kunst ohne Monet, Degas und Cézanne, um nur ein paar zu nennen. Gewiss sehr viel ärmer. Um ihnen gerecht zu werden, war mein Ziel des ersten Tages, meinen Weg durch die ganzen Touristenattraktionen hin zu den heiligen Hallen des Louvre zu bahnen.

Solltet ihr das Louvre besuchen?

Ihr solltet wissen, dass das Louvre noch viel imposanter und toller ist, als man erwartet. (Naja, zumindest als ich erwartet habe.) Basierend darauf, dass ich den Film Sakrileg gesehen habe, dachte ich fälschlicherweise, dass das Louvre nur aus dieser gigantischen Pyramidenkonstruktion und unterirdischen Hallen besteht. Aber weit gefehlt, denn das sind nur zwei der vielen Eingangsbereiche. Das eigentliche Museum ist viel grösser und älter. Es dauert einen ganzen Tag jedes Detail und jede Ecke zu erkunden und bestaunen.

Daher habe ich leider auch Dürer und Vermeer verpasst, es aber zur berühmten Mona Lisa geschafft. Nur hatten dies auch Dutzende anderer Touristen. Die Sache ist die, dass wenn man gerade diese mysteriöse Dame mit ihrem auch von einem Lächeln erhascht hat, sie auch sofort wieder verschwindet. Denn sie ist a) ziemlich klein und daher b) verschwindet sie leicht hinter dem fotogeilen Mob mit seiner Armada an iPhones und Tablets. Auch von der Venus von Milo war ich enttäuscht, hatte ich sie mir auch grösser und als einfach, nun ja, mehr vorgestellt. (Und ja, ich wusste vorher, dass sie keine Arme hat.)

Frühling in Paris - recht überlaufen

Wortwörtlich ohnmächtig

Den historischen Kontext mal beiseite lassend; es ist definitiv möglich sich nur von Süßigkeiten zu ernähren (ein Mythos, der des öfteren von World of Wanderlust widerlegt wird) und daher machten meine Freundin und ich uns auf, ganz edel Chouquettes im Garten von Versailles zu uns zu nehmen. [Memo an mich: In der Bäckerei nicht Chouquette mit Courgette verwechseln. Könnte für Verwirrung sorgen.

Es war ein wirklich prächtiger Garten, oder sollte ich eher sagen, ein stadtgroßes Areal an Gärten? Es fühlte sich tatsächlich an, als ob sie nie enden würden und am Rand angekommen, mussten wir feststellen – aufgepasst- es ging tatsächlich noch weiter. Ja, Marie Antoinette hatte natürlich ihren eigenen, um mehr Privatsphäre bei Kuchen und Kindern zu genießen. Dann gibt es noch das Trianon. Solltet ihr also jemals Versailles besuchen – besonders während der Feiertage -, dann kann ein Zweitagesticket ganz ohne schlechtes Gewissen erworben werden. Die Anlagen sind riesig und man braucht seine Zeit zum Spazierengehen und Pause machen (vor allem, wenn man so alberne Stadtschuhe trägt wie ich).

Bezüglich des Schlosses kann ich nur sagen, dass die Leute darüber in Ohnmacht gefallen sind. Ja, es war schön und sehr extravagant mit all dem Samt, Gold und Marmor, aber abgesehen von dieser Fülle an Reichtümern, gab es auch eine Fülle an Menschen. Das heißt, zuerst gab es sie in Massen und ewig langen Reihen der Warteschlange beim Anstehen und dann – als die Zeit dem Schluss der Öffnungszeiten näher kam – auch in den Sälen, als alle Wartenden auf einmal hineingelassen wurden. Also ist ein Besuch Frühling in Paris nicht so empfehlenswert – vor allem nicht an Ostern!

Ob im Frühling oder nicht, schaut auch die Straßenkunst an

Wenn ihr auf der Suche nach klassischer Kunst seit, dann seit ihr natürlich gut in den Pariser Museen aufgehoben. Für Neugierige und diejenigen mit eklektischem Geschmack, sei zudem die Pariser Straßenkunst sehr ans Herz gelegt. Es gibt so viele versteckte Kunstwerke, angefangen von Papierdrucken bis zu plastischen Konstruktionen. Sie sind vielleicht nicht für jeden hübsch anzusehen, aber auf jeden Fall ein Blickfang und einen längeren Blick wert.

Es gibt bestimmte Stadtbezirke, wo Künstler viel aktiver und präsenter sind, wie zum beispiel um den Place d’Italie. Dort kann man viel von Miss.Tics Werken bewundern und sich über die neonfarbenen, plastischen Prothesen von Urbansolid wundern, die an den Wänden kleben. Macht es euch zum Ziel auch die kleinsten Grafitti und Drucke zu erspähen. Haltet die Augen offen und ihr werdet auch mitten in Paris einige Künstlermotive wieder erkennen, wie auf Brunnen oder Straßenschildern, z.B. Puzzleteile oder Tintenfische von Miss.Tic und Urbansolid. Sie sind nicht immer leicht zu entdecken, aber es macht Spaß nach ihnen Ausschau zu halten.

Frühling in Paris - Versailles ist keine gute Idee

Noch mehr Pariser Straßenkunst

Es gibt so viel zu entdecken in Paris (und natürlich hab ich dazu noch viel mehr Fotos als hier auf dem Blog), dass ich euch noch Beaubourg vorstellen muss. Ich war eigentlich gar nicht drinnen im Museum Centre Georges Pompidou (es gibt leider nicht genug Stunden am Tag), aber allein schon das Äußere und die Umgebung waren einen Besuch wert. Es gab bewegte Fontänen in Quietschefarben, ganz von Miró inspiriert, im Brunnen Stravinsky, außerdem ganze Flächen voller Graffiti mit der allüberragenden Dalí-Figur mit seinem ich-weiß-was-du-letzten-Sommer-getan-hast-Blick, der über die Straßenkünstler und belustigten Touristenmassen wacht.

Nachdem man alle Eindrücke vom Frühling in Paris aufgesaugt hat, kann man gleich in den Vierteln und von Kunstladen zu Kunstladen flanieren und clevere Ladennamen wie „Mona Lisait“ (Mona Liest) entdecken. Dann gibt es mehrere Möglichkeiten noch mehr Kunst zu erhaschen. Zum Beispiel gibt die Seine entlang Reihen von Verkaufsständen, von denen man Reproduktionen, Originalgemälde oder alte, staubige (und sehr schöne) Bücher ergattern kann. Oder, man könnte auch einen der Flohmärkte besuchen auf denen es viele Vintage-Fundstücke gibt. Eine andere Möglichkeit besteht darin, Montmarte zu besteigen und im kreativen Flair der Straßenkünstler zu baden. Das bekam dann auch ziemlich schnell mein Lieblingsort in Paris mit all den Künstlern, die ganz versunken in ihre Werke das vorbeiziehende Getümmel auf Leinwand festhielten.

Lohnt sich Montmartre im Frühling?

Hier ist auch die beste Sicht auf Paris, von den Stufen der Sacre Coeur aus, die übrigens – meiner Meinung nach – viel schöner ist als Notre Dame. Dann gibt es außerdem nicht nur eine sondern zwei Mühlen. Wer hätte das gedacht? Hier ist ein unnützer Fakt, weil ihr es seit: Moulin Rouge kann man über die Metro-Station Blanche (weiß) erreichen.

Wer würde denn bei einer Station, die weiß genannt wird, ein Rotlichtviertel vermuten? Der Grund ist folgender: früher wurde Gips über den Platz gefahren und da kam es schon mal vor, dass auch etwas vom Wagen kippte und den Boden weiß färbte. Folglich der Name. Es gibt tatsächlich ein Buch über die Namensgebung der Metrostationen. Aber das würde den Rahmen des heutigen Blogeintrags sprengen. Also belassen wir es einfach bei diesem Fakt.

Es war Zeit au revoir zu sagen zur la belle cité. Die Stadt hat so viele Facetten, scheint aber gleichzeitig immer dieselbe zu bleiben, als ob sie in ihrer eigenen kleinen Welt stehen geblieben wäre. Und Frühling in Paris ist wunderschön. Versteht mich nicht falsch, es ist eine schöne Stadt. Es wird immer die gleiche Stadt sein, nur ein paar Veränderungen hier und da wird es geben, aber vielleicht keine großartige Wandlungen im Stadtbild, z.B. bei Städten wie London. Was man letztendlich bevorzugt, ist natürlich Geschmackssache.

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Wart ihr schon mal in Frühling in Paris? Was war eure Erfahrung?

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