Urlaub für Allergiker – Tipps, die dir das Reisen angenehmer machen

Mein Rücken war eine einzige Hügellandschaft von den vielen Schwellungen, die ich mir beim Arzt zuführen lassen musste. Es ist zwar schon über zehn Jahre her, aber ich erinnere mich immer noch lebhaft an meinen zweiten Pricktest. Da meine Reaktionen beim ersten Mal so heftig waren, reichten meine Arme nicht mehr aus und es musste der Rücken her, um noch wenigstens etwas Platz zu haben für die vielen mückenstichartigen Schwellungen. Kein schönes Erlebnis. Ich war also allergisch. Extrem allergisch. Auf alles, was man so testen konnte ohne meinen Körper völlig zu überfordern. Na, super.

Urlaub für Allergiker – Tipps, die dir das Reisen angenehmer machen

Zuhause wurde dann erstmal ausgemistet. Stofftiere und Zierkissen raus, allergiefreundliche Bettwäsche rein und ständiges Staubwischen, zweiwöchentliche Arztbesuche. Das war schon so aufwendig, wie sollte es dann auf Reisen möglich sein? Nachdem ich bereits im Auslands gelebt habe und sowieso die ganze Zeit am Reisen bin, kann ich dich beruhigen. Es ist absolut möglich! Und damit auch du dem Reisen nicht adieu sagen musst, kommen hier meine Tipps, die ich über die Jahre angesammelt und getestet habe.

Tapetenwechsel

Gleich zu Anfang eine super Nachricht: Reisen tut tatsächlich gut! Umso mehr ich reise, umso weniger allergische Reaktionen habe ich. Sobald ich Europe verließ, war gar nichts mehr du. Nada. Die deutschen Sommer konnte ich kaum überstehen ohne an meinen Augen- und Nasentropfen zu hängen und in Japan spazierte ich unversehrt durch Kirschblütenwälder, unter hängenden Gärten und über blühende Wiesen.

Wie man gesund und fit bleibt beim allein ReisenAuch tut es immer gut, wenn man direkt ans Meer reist. In den Bergen hatte ich immer Probleme, aber an der Ostsee ging es mir gut. Als ich in der Küstenstadt Malmö in Schweden lebte, traf ich eine gute Freundin, die richtig Probleme hatte mit Neurodermitis. Nach zwei Monaten hatte sich das komplett erledigt. Das hatte sie vorher noch nicht erlebt. Und von meinen Allergien war auch im schwedischen Sommer nichts zu spüren.

Saison

Natürlich spielt auch die Saison eine wichtige Rolle. Gerade, wenn du im Frühling oder Sommer ins (europäische) Ausland fahren willst, kannst du in Kontakt mit vielen herumfliegenden Pollen bekommen. Schau dir dazu auch die Pollenflugzeiten und Regionen in deinem Zielland an, denn das ist ja auch alles klima- und regionenabhängig.

Medikamente aufstocken und mitnehmen

Als ich zum ersten Mal in Prag war, lernte ich eine wichtige Lektion. Ich durfte weder mein Allergiespray noch meine Augentropfen auf Reisen vergessen. Es war ein schöner Sommertag in Prag und auf einmal liefen mir Tränenbäche das Gesicht herunter und ich wurde fast verrückt vor Juckreiz. Zudem war es Sonntag und die Läden hatten zu. Was nun? Meine Eltern waren zum Glück dabei und fragten Passanten um Rat.

Siehe da, es gab tatsächlich eine einzige Apotheke, die auch am Sonntagvormittag aufhatte und in Windeseile rasten wir durch die Stadt (ich halbblind), um noch knapp vor Ladenschluss meine Medikamente zu bekommen. Dann kam schon das nächste Hindernis, denn wie heißt das denn auf Tschechisch? Die Apothekerin sprach zum Glück deutsch und hatte sogar meine Marke vorrätig. Und hier meine zweite Lektion: habe immer den Beipackzettel dabei, damit man auf den medizinischen Wirkstoff zeigen kann, auch wenn man keine gemeinsame Sprache hat. Meine dritte Lektion: Wenn man alleine reist, dann muss man noch viel besser vorbereitet sein (und auch nicht zögern, Fremde um Hilfe zu beten).

Extra Komfort

Je nachdem auf was du so allergisch bist und wie es sich bemerkbar macht, solltest du dir noch ein paar Annehmlichkeiten einpacken. Da ich auf Hausstaub allergisch bin und vor allem Federbetten und –kissen nicht vertrage, ist es eine gute Idee ein eigenes Kissen mitzuführen. Das ist eh praktisch bei langen Flügen oder Fahrten und muss auch nicht groß sein. Das tausche ich dann mit dem Hotelkissen aus.

Gerade bei starkem Pollenflug ist es für mich sinnlos viel oder überhaupt Makeup aufzulegen, da ich sonst wie ein Waschbär aussehe und Gefahr laufe, mir noch Mascarapartikel in die Augen zu reiben, wenn ich dann doch dem Juckreiz erliege. Wenn es Make up sein muss, dann aber Artikel, die ich vorher schon auf Verträglichkeit getestet habe.

Hyposensibilitsierungstabletten

Ich war neulich erst wieder bei meinem Hautarzt und ließ den nervigen Pricktest über meine Unterarme ergehen, um mal wieder auf dem neuesten Stand meiner Allergieintensitäten zu sein. Es war nicht so prickelnd (außer für meine Arme). Aber ich erfuhr, dass es inzwischen sogar eine Möglichkeit gibt sich medikamententechnisch gegen seine Allergien abzuhärten, ohne dass man ständig zu Arzt muss. Es gibt die Hyposensibilisierung jetzt auch in Tablettenform!

Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie nervig das war als ich in England studierte und alle zwei Wochen ins Krankenhaus fahren musste, um dort einen Allergologen zu sehen, der mir die Spritzen verabreichen musste. Ich war so oft da, dass mich am Ende das Personal persönlich verabschiedete und mir sagte, wenn ich jemals in der Stadt wäre ich im Krankenhaus hallo sagen sollte. Mein schräges Leben.

Handhygiene

Ich mache jedes Mal den gleichen Fehler: wenn mein Auge erste Anzeichen einer allergischen Reaktion singlisiert, fasse ich mir sofort ins Auge. Total dumm. Dadurch schwillt es direkt noch an, da ich die Allergene nochmal hineingerieben habe.

Ein kleiner Tipp ist daher, sich immer gründlich die Hände zu waschen (mindestens 20 Minuten) nach der „Kontaktaufnahme“ oder, wenn ihr unterwegs seid, wenigstens die Hände zu desinfizieren. Ich selbst liebe zum Beispiel Katzen und kann einfach nicht widerstehen, wenn die kleine Schmuser Aufmerksamkeit brauchen. Dummerweise bin ich allergisch. Das bedeutet umso gründlicheres und/oder öfteres Händewaschen.

Hinweis: dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung und dient lediglich als Ansatzhilfe

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Jetzt du: Hast du auch Probleme mit Allergien auf Reisen oder verreist mit jemanden, der Allergiker ist? Ich würde mich freuen, wenn du den Artikel teilen könntest, damit auch andere Allergiker entspannter reisen können.

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